Reisebericht Seychellen 2009

Reisebericht Seychellen 2009

Abendsonne Afrika war für Sie im Novmber auf den Seychellen unterwegs und hat sich zahlreihe Unterkünfte und Highlights angeschaut.

Türkisgrünes Wasser, weiße Sandstrände und ganzjährig angenehme Temperaturen, so stellt man sich die Seychellen vor. Noch vor der Landung erkennt man bereits die Schönheit der Region.
Victoria, die Hauptstadt der Seychellen, liegt am Fuße hoher Berge, die man auf den Seychellen nicht vermutet hätte. Bis zu 900 m ragen die grünen und dicht bewachsenen Berge aus dem Meer und bieten somit einen einzigartigen Kontrast von Naturschauspielen.

Die aus 115 Inseln bestehende Inselgruppe erstreckt sich auf einer Fläche von über 400.000 qkm. Alle Inseln zusammengelegt machen flächenmäßig in etwa die Größe von Dortmund aus, auch wenn sie gesamt nur eine Einwohnerzahl von ca. 85.000 Menschen aufweisen. Es ist ein Vielvölkerstaat und die Leute hier sind ausgesprochen freundlich. Die sogenannten "Inner-Islands" Mahé, Praslin und La Digue bestehen überwiegend aus Granit. Die einzigartigen Felsformationen an den palmenumsäumten weißen Sandstränden machen zusammen mit dem türkisgrünen Meer beliebte Fotomotive aus.
Die "Outer-Islands" liegen weit verstreut im Meer und bieten einen paradiesischen Traumurlaub auf den Privatinseln.

Unsere erste Station ist Mahé, die Hauptinsel der Seychellen. Wie eine warme Wand schlägt einem die angenehme, ganzjährig gleichbleibende Temperatur von 28 Grad entgegen. Wir wollten unseren tristen, nebligen Novembertagen entfliehen, was uns hier ideal gelungen ist.
Die Insel Mahé ist besonders im Norden belebt, der südliche Teil ist eher etwas ruhiger. Schöne Strände sind auf der ganzen Insel zu finden, vor allem die etwas weniger bekannten Strände bieten eine einmalige Gelegenheit, sich z.B. nach anstrengenden Bergwanderungen auszuruhen. Und Bergwanderwege gibt es viele hier, sowohl für Hobbywanderer als auch für Geübte, die sich hier tagelang austoben können. Besonders beliebt sind die Wanderwege um den Jardin du Roy, dem Garten der Könige, dessen Gasthaus leckere, einheimische Küche serviert. Kreolische Köstlichkeiten, wie Kochbananen, Brei aus der hier wachsenden Brotfrucht, gegrillte Auberginen und Zucchinis und natürlich jede Menge fangfrischer Fisch, aber auch Hähnchen in köstlicher Kokosnussoße, werden hier liebevoll zubereitet.

Am Besten erkundet man die Insel mit einem Mietfahrzeug oder - ganz bequem - mit einem Fahrer/Guide, der weiß, wo es langgeht und was es zu entdecken gibt. Die Straßen sind geteert und gut ausgeschildert und der doch lebhafte Verkehr in Victoria wird durch die einzige Ampel der Seychellen geregelt. Spitze Zungen behaupten, daß die Ampel nur hier ist, um den Seychellois beizubringen, WAS eine Ampel ist, falls sie einmal außerhalb ihres Landes ein Fahrzeug steuern. In Victoria findet man zahlreiche Supermärkte, Apotheken, Geschäfte, den Markt und Souvenierstände sowie den Hafen, von dem unter anderem die Fähren nach Praslin und La Digue ablegen. Außerdem gibt es hier den einzigen Golfplatz auf Mahé, der vorwiegend von den Einheimischen benutzt wird. Der Golfplatz im Lemuria Resort auf der Insel Praslin ist ungleich schöner und weist bei 18 Loch mit schöner Aussicht verschiedene Schwierigkeitsgrade auf.

Die Hotels und Resorts allerdings können sich durchaus mit internationalem Standard messen. Sei es das 5 Sterne Hilton Resort auf Mahé, das das kleinste Hilton der Welt ist und vor allem auf die Zielgruppe der Hochzeitsreisenden abzielt oder das traumhafte 6 Sterne Maia Resort, welches jeglichen Luxus bietet, vom privaten Butler bis hin zum eigenen Swimmingpool. Hier gibt es wirklich alles, was wir stressgeplagten Europäer suchen: Strände, Palmen, warmes Meer und vor allem: RUHE!
Auch wer den kolonialen Touch den moderneren Hotels vorzieht, findet hier mit dem 5 Sterne Banyan Tree Hotel genau das Richtige. Das neu eröffnete Four Seasons Hotel hat allerdings mehr den Charme großer Hotelketten, auch wenn es luxuriös ist und an einem einzigartig schönen Strand liegt. Wir besuchen noch viele weitere Hotels und Resorts auf Mahé und dem nur 5 Minuten per Boot entfernten Cerf Island. Auf unserer Homepage möchten wir Ihnen diese mit unseren eigens erstellen Videos vorstellen.

Wenn man nicht mit der Fähre übersetzen möchte, ist Fliegen sicherlich der bequemste Weg, um nach Praslin zu kommen. In nur 20 Minuten erreicht man die schöne Nachbarinsel. Die Fähre, je nach Boot, benötigt zwischen 1- 1,5 Stunden für die Strecke. Praslin ist ursprünglicher und bei weitem nicht so lebhaft wie die Hauptinsel. Wer es also gerne etwas beschaulicher mag, ist hier besser aufgehoben. Aber auch hier kann man neben dem bereits erwähnten Golfspielen einiges unternehmen: Wie wäre es z.B. mit einem Besuch des berühmten Nationalparks "Vallée de Mai"? Hier findet man eine Vielfalt an ursprünglichen Palmenarten, unter anderem auch die berühmte Coco de Mer mit ihrer unverkennbar weiblich anmutenden Erscheinung.
Einen Ausflug in den Vallée de Mai unternimmt man am besten mit einem professionellen Führer, den man bereits im Voraus bucht. Wir haben sehr viele Besucher getroffen, die recht hilflos vor den Pflanzen standen und auch an zahlreichen Echsen und Vögeln unbemerkt vorbeigegangen sind. Auch die niedlichen Vasa Papageien haben einige nur mit Hilfe unseres Guides gesehen.
Die riesigen Fregattenvögel sehen wir allerdings jeden Tag über die Insel schweben. Wer noch mehr über die bunte Vogelwelt erfahren will, unternimmt einen geführten Ausflug zur benachbarten Bird´s Island oder dem Naturschutzgebiet auf Cousin Island. Auch auf Praslin besuchten wir einige Unterkünfte, die Sie bei uns auf der Homepage finden.

Sehr beeindruckt hat uns Cousine Island (nicht zu verwechseln mit dem männlichen Gegenpart Cousin Island). Die Manager, die bereits seit über 7 Jahren auf der Insel leben und sehr stark im Naturschutz und dem Erhalt dieser einzigartigen Insel involviert sind, führen dieses kleine 5 Sterne Resort mit nur 4 komfortablen Chalets mit viel Liebe und Leidenschaft. Dies spürt man bereits bei der Ankunft. Gleich nach unserer Ankunft treffen wir auf die nur in den Seychellen lebenden Magpie-Robins, eine seltene, vom Aussterben bedrohte Vogelart. Bei einem Besuch am kilometerlangen und einsamen Strand werden wir Zeuge der Eiablage einer Meeresschildkröte, die nach getaner Arbeit völlig erschöpft ins Meer zurückwandert. Es ist ein phantastischer und zugleich ergreifender Anblick, wenn diese Tiere nach ca. 30 Jahren im Meer und einer Reise um den halben Erdball wieder an den Ursprungsort ihrer Geburt zurückkehren.

Wir lernen verschiedene Schwalbenarten kennen und sind beeindruckt, von der Feenseeschwalbe, die ihr Ei auf einen Ast ablegt, ganz ohne Nest. "Fällt das nicht bei einem kräftigen Windstoß vom Ast?", frage ich die Manager. "Das passiert schon manchmal.", kommt die Antwort zurück. Während wir bei einem Drink mehr über diese Vögel und das Leben auf einer Insel erfahren, schlüpft doch tatsächlich aus dem Ei direkt auf einem Baumast neben der Bar ein Kücken. Wir sind begeistert und fotografieren bzw. filmen das frisch geschlüpfte und sogar noch nasse Kücken, bevor es die Mutter unter die Fittiche nimmt. Cousine Island ist wirklich etwas ganz Besonderes für Naturliebhaber und verdient für seinen Einsatz im Naturschutz den "Abendsonne Afrika Baobab".

Was wäre ein Besuch der paradiesischsten Strände ohne einen Aufenthalt in einem der weltweit paradiesischsten und luxuriösesten Resorts? Per Helikopter geht es nach North Island. Eine kleine Insel mitten im Indischen Ozean verspricht den perfekten Aufenthalt. Wasser, so klar, daß man bis zu 18 Meter auf den Grund schauen kann. Hervorragende Schnorchel- und Tauchgebiete, bei denen man neben Mantarochen und Meeresschildkröten, die hier zur Eiablage an den Strand kommen, eine faszinierende und größtenteils intakte Unterwasserwelt kennenlernen kann. Natürlich bietet das romantische Resort noch viel mehr: So gibt es hier z.B. Brutus, eine 150 Jahre alte Riesenschildkröte, die zusammen mit George, einer mit ca. 100 Jahre noch relativ jungen Riesenschildkröte, sowie etwa 100 weiteren Riesenschildkröten hier auf der Insel lebt. George wurde leider von einem Golf-Buggy angefahren und verletzte sich dabei schwer am Panzer. Dennoch liebt er es, gestreichelt zu werden und macht sich dabei auch noch viel größer, indem er seine Beine ganz durchstreckt. Er kommt uns jeden Morgen in unserer Villa besuchen, um frisches Obst abzuholen. Während unseres Aufenthaltes sehen wir sogar frisch geschlüpfte Junge. Wenn man diese unglaublichen Geschöpfe in Miniaturausgabe in der Hand hält, glaubt man kaum, daß diese einen locker überleben werden….

Aber was wäre ein paradiesischer Aufenthalt ohne Gaumenfreuden? Ganz getreu dem Motto: Everything, anytime and anywhere kann man hier nahezu alles bestellen, was das Herz begehrt und wo auch immer man speisen möchte. Wir, als Vegetarier, haben es meist schwer, eine gute Küche zu finden, doch North Island hat uns überzeugt, dass auch Vegetariern etwas Besonderes geboten wird. So hatten wir z.B. ein Barbeque (ja, ein vegetarisches Barbeque ist möglich) an dem sogenannten Weststrand, wo wir unter dem Sternenhimmel zum Greifen nah den Strand und das Personal ganz für uns alleine hatten. Daß dieses Resort nicht günstig sein kann, wird mir nicht nur angesichts der luxuriösen Villa klar, sondern auch als ich höre, daß hier nahezu 150 Personen für max. 26 Gäste arbeiten.
Privatsphäre wird in den nur 11 Villen ganz groß geschrieben und somit kommen hier natürlich Stars, Sternchen und Personen des öffentlichen Lebens gerne zu diesem faszinierenden Insel-Paradies.

Auf Desroches Island, welche zu den Outer-Inseln gehört, erleben wir eine ganz andere Welt. Die Outer-Islands sind Koralleninseln und haben somit hervorragend weiße Strände aus Korallensand. Dafür ist Desroches Island eine der größten Outer-Inseln und hervorragend für alle Wasseraktivitäten geeignet. Schnorcheln, Tauchen, Angeln, Kanufahren und vieles mehr kann man im ganzjährig warmen Ozean entlang der wunderschönen Strände unternehmen. Aber auch mit dem Fahrrad läßt sich die Insel sehr gut erkunden und man findet hier noch manche einsame und geheime Strände, die allesamt palmenumsäumt sind.
Für einen Aufenthalt auf dieser Insel eignen sich nicht nur die Suiten, vor allem befreundete Paare oder Familien finden in den 4-Schlafzimmer-Villen (jedes Schlafzimmer mit eigenem Badezimmer), mit eigener Küche und großem Swimmingpool ausreichend Platz.

Die am äußersten Ende liegende Inselgruppe Aldabra beherbergt über 150.000 der vom Aussterben bedrohten Riesenschildkröten und diese Anzahl ist damit zahlenmäßig fast doppelt so groß, wie die menschliche Bevölkerung auf den gesamten Seychellen.
Die Riesenschildkröten stehen zum Glück inzwischen unter Naturschutz, denn sie galten früher als Nahrungsquelle, und das nicht nur für die Schiffsreisenden.

Die ersten Entdecker der Seychellen vermutet man Anfang des 16. Jahrhunderts, als die Schiffe eine günstige Handelsroute nach Indien suchten. Aber erst mehr als 100 Jahre später wurde die Insel Mahé besiedelt. Ende des 18. Jahrhunderts fielen die Seychellen in den Besitz Frankreichs und im Zuge der Napoleonischen Kriege schließlich an England. Somit blicken die Seychellen auf eine über 150 Jahre andauernde Kolonialherrschaft zurück, die erst im Jahr 1976 endete.

Die Seychellen sind in der Tat eines der letzten Inselparadiese der Welt!